Jahresempfang im Garten von Schloss Klippenstein: Überblick zum Stadtgeschehen in historischem Ambiente
26/06/18
Am Sonntag (15.06.2026) fand der zweite Jahresempfang der Großen Kreisstadt Radeberg im Schlossgarten von Schloss Klippenstein statt. Die Veranstaltung war damit ein Vorbote des am Freitag beginnenden 1. Radeberger Sommertheaters.
Der langjährige Lokalredakteur der Sächsischen Zeitung Jens Fritzsche führte als Moderator durch den Vormittag und sprach Oberbürgermeister Frank Höhme zu Beginn zu den Themen an, die seit dem ersten Jahresempfang bedeutend für die Radeberg waren und sind.
Jens Fritzsche sagte mit Blick auf die vielen Themen auf seinen Moderationsunterlagen augenzwinkernd, dass der Oberbürgermeister allem Anschein nach doch sicherlich bereits alles erledigt habe, was es in Radeberg zu tun gibt. Frank Höhme verneinte, stimmte jedoch zu, dass viel passiert sei und betonte: „Wenn ich das Team der Verwaltung nicht im Rücken hätte, wäre das ein oder andere so in der Form – auch in der Schnelligkeit – in Zusammenarbeit mit dem Stadtrat nicht möglich gewesen.“
Den ersten Themenblock bildete das Baugeschehen in Radeberg. Der Fokus lag dabei auf der Brücke an der Rathenaustraße, die seit 12. Mai 2026 wieder geöffnet ist – wenn auch nur einspurig in Richtung Innenstadt. Nach jetzigem Stand soll der Neubau der Brücke 2028 starten, wobei auf die Stadt 15 Prozent der Kosten zukommen, den größeren Teil trägt die Deutsche Bahn. „Unsere Aufgabe als Stadt ist es, die Brücke an die Straße anzubinden“, sagte der Oberbürgermeister. Vor dem Hintergrund, dass sich die Position der Brücke sicherlich ändern wird, ist dies kein leichtes Unterfangen. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei 15 bis 20 Millionen Euro, die Bauzeit ist mit 1,5 bis 2 Jahren veranschlagt.
Danach fragte Jens Fritzsche, warum sich denn bislang an der Grundschule Süd noch nichts getan habe. Oberbürgermeister Frank Höhme erklärte, dass sich die Stadt in einer erneuten Planungsphase befindet, weil sich die Schülerzahlenprognose im Vergleich zu 2019 abgesenkt hat. Die Schule war zunächst dreizügig geplant worden, nun soll sie zweizügig bleiben. Der Oberbürgermeister geht davon aus, die neue Planung nach der Sommerpause in den Stadtrat einbringen zu können, um diese dann fristgemäß im September dem Staatsministerium für Kultus vorlegen zu können. Das Stadtoberhaupt zeigt sich zuversichtlich, dass die Bauarbeiten im kommenden Jahr endlich starten können, wenn Fördermittel dafür ausgereicht werden. Dabei hat Frank Höhme eine 50-prozentige Förderung im Blick.
Während an der Grundschule Süd noch abgewartet werden muss, neigen sich die Arbeiten an der Grundschule Stadtmitte im Kellergeschoss dem Ende zu. So wurde unter anderem der Platzbedarf im Speiseraum erhöht, zudem sind zwei Werkräume entstanden. Der Oberbürgermeister verwies jedoch darauf, dass das Gebäude noch mehr Etagen hat, sodass die Stadt in den nächsten Jahren noch etwas vorhaben wird in der Schule.
Erfreut zeigte sich der Oberbürgermeister, dass für die Grundschule Liegau-Augustusbad, die unter Platzmangel leidet, eine Lösung gefunden werden konnte. Für sie werden Räume in der Silberdiele, die für die Kita geplant waren, jedoch nicht benötigt wurden, als Klassenzimmer umgewidmet. Die Arbeiten dazu sollen bis Schuljahresbeginn abgeschlossen sein. Ohne diese Variante hätten Schülerinnen und Schüler entsprechend der Schulbezirkssatzung in die Grundschule Stadtmitte umgelenkt werden müssen.
Anschließend befragte Jens Fritzsche den Oberbürgermeister zum Einfluss der Entwicklungen im Dresdner Norden, Stichwort TSMC. Frank Höhme sagte, dass er sich Zuzug erhoffe und betonte den Standortvorteil Radebergs in unmittelbarer Nähe zu Dresden. Er berichtete von Projekten im Bereich Wohnungsbau, zum Beispiel beim Stadtbad, auf dem Gelände der ehemaligen Wellpappenfabrik mit ca. 140 Wohneinheiten und perspektivisch auch auf dem ehemaligen IFA-Karosseriewerk mit ca. 100 Wohneinheiten. Hinsichtlich der zwei Wohngebäude der Wohnbau Radeberg an der Richard-Wagner-Straße informierte er, dass es sich bei den Mietern zu 50 Prozent um Zugezogene handelt. Ein Wohngebiet wie der Sandberg ist nicht angedacht, vielmehr steht das Verdichten der Innenstadt im Fokus. Der Oberbürgermeister verwies jedoch darauf, dass in Großerkmannsdorf an der Goethestraße ein Wohngebiet entstehen wird und dieses sich derzeit in der Planungsphase befindet.
Die Notwendigkeit für Zuzug erklärte Frank Höhme daraus, dass es in jedem Ortsteil eine Kita und eine Grundschule gibt und es sehr schade wäre, wenn die dafür notwendigen Kinder nicht aufgebracht werden können und die Gebäude leer stünden.
Im weiteren Gesprächsverlauf richtete sich der Blick auf Personalien. Der Einsatz eines Energiemanagers seit 2024 hat bereits Früchte getragen. So hat sich Matthias Herfter durch die Stromverträge des Alten- und Pflegeheims gearbeitet und durch einen neuen Stromliefervertrag für 4 Jahre rund 300.000 Euro einsparen können. Der Oberbürgermeister wies auch darauf hin, dass die Straßenbeleuchtung im Jahr rund 200.000 Euro verschlingt, sodass mit der Umstellung LED großes Sparpotenzial vorliegt. Bei der Großerkmannsdorfer Feuerwehr konnten in 2025 durch Optimierung der Heizung und Gebäudetechnik 40 Prozent der laufenden Kosten eingespart werden.
Neben Matthias Herfter wurde auch Dr. Karina Iwe, die seit 2025 Schlossleiterin ist, vorgestellt. Sie konnte bereits die Zahlen der im Schloss durchgeführten Veranstaltungen steigern. „Das Schloss muss einfach unbedingt bespielt werden“, sagte Frank Höhme mit dem Wissen, dass 40 Millionen Euro in das ehrwürdige Gebäude investiert wurden.
Nachdem die Kreisumlage in den Fokus rückte, die laut Oberbürgermeister „schon ziemlich weh tut“ und noch weiter ansteigen soll, kam die Sprache auf das geplante Gewerbegebiet zwischen Radeberg und Wallroda, zu dem es Radebergs ersten Bürgerentscheid gab. Dabei betonte der Oberbürgermeister, dass der Bedarf auf jeden Fall gegeben ist. Doch ob das Gewerbegebiet tatsächlich kommt und es finanzierbar ist, ist noch nicht sicher. Der Bebauungsplan steht derzeit kurz vor der ersten Auslage. Auch darüber hinaus „sind noch viele Hausaufgaben zu machen, bis sich ein erster Stein bewegt“, sagte der Oberbürgermeister.
Wichtig war es Frank Höhme, über Vandalismus zu sprechen. „Es macht manchmal gar keinen Spaß mehr, Dinge neu zu gestalten“, sagte Frank Höhme zur Stimmung im Rathaus und im Stadtwirtschaftshof. Er erwähnte Bepflanzungen, aber auch Bänke, die in unvorstellbarer Weise aus der Verankerung gerissen wurden.
Abschließend richtete Frank Höhme seinen Dank auf die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren Radebergs und nannte exemplarisch den Großbrand bei der Landwirtschaftliches Unternehmen An der Dresdner Heide GmbH & Co. KG. „Wir sind mit unseren Feuerwehren gut aufgestellt. Das hat wunderbar funktioniert – auch mit den umliegenden Feuerwehren“, freute sich Frank Höhme über das gute Zusammenspiel. Hinsichtlich des Zivil- und Katastrophenschutzes ist bereits viel investiert worden. „Ein Großteil der Sirenen ist schon auf aktuellem Stand“, sagte Frank Höhme. „Doch es gibt noch viel zu tun.“
Nach dem Rückblick und Ausblick auf die Geschehnisse in Radeberg war es dem Oberbürgermeister wichtig, das Ehrenamt in der Stadt hervorzuheben. Dazu reihten sich Heinz Windisch, Vorsitzender des Mehrgenerationenzentrum Radeberg e. V., Carsten John, Präsident des Karnevalsklub Großerkmannsdorf e.V. 1967 und der Präsident des SG Ullersdorf e. V. Rainer Striebel neben dem Oberbürgermeister und Jens Fritzsche mit auf die Bühne.
Rainer Striebel berichtete stolz, dass sein Verein ein wichtiger Bestandteil der Dorfgemeinschaft in Ullersdorf ist und vieles selbst in die Hand nimmt. Möglich sei dies nur durch die vielen engagierten Mitglieder, die im Ehrenamt mit anpacken. Nun zum Vereinsjubiläum habe man jedoch ein Anliegen an die Stadt, da nach 50 Jahren das Dach marode ist. Die diesjährigen Jubiläen (65 Jahre SG Ullersdorf, 60 Jahre Fußball, 50 Jahre Sportcasino, 40 Jahre Tischtennis) wolle man über einen Spendenlauf für Kinder finanzieren.
Dass es nur zusammen geht, sagte auch Carsten John. Hilfe unter den Vereinen sei wichtig. So arbeitet der Karnevalsklub seit 12 Jahren mit dem RSV zusammen, um die Funkengarde zu trainieren.
Dass das Mehrgenerationenhaus mittlerweile darunter leidet, eher ein Seniorenzentrum zu sein, erzählte Heinz Windisch. Man wolle für alle da sein. „Ohne Unterstützung der Stadt, die uns zwei Häuser kostenlos zur Verfügung stellt, könnte der Verein nicht existieren.“ Heinz Windisch betonte jedoch, dass allein schon die Nebenkosten kaum zu stemmen seien. Der Verein ist daher sehr dankbar für jeden Sponsoren, bräuchte jedoch mehr, um die Gebäude auch in Schuss zu halten.
Abschließend bedankte sich der Oberbürgermeister bei den Vereinen in der Stadt, ohne die das kulturelle Leben in der Form nicht möglich wäre. „Die Stadt versucht zu unterstützen, wo es nur geht.“
Der letzte Programmpunkt stellte das Highlight dar. Es wurden drei Vereine ausgezeichnet. Die Ehrenurkunde der Stadt Radeberg erhielten für ihre unermüdliche Arbeit der 2006 gegründete Förderverein Hüttertal Radeberg e. V., der 1997 gegründete Tierschutzverein Radeberg e.V. sowie die Fördergemeinschaft Botanischer Blindengarten Radeberg e.V., deren Anfänge bis 1992 zurückreichen. Für den Hüttertalverein nahm der Vorsitzende Heiko Saupe die Auszeichnung entgegen und für den Botanischen Blindengarten der stellvertretende Vorsitzende Christian Glaser.