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Stadt Radeberg

Pressemitteilung

Stadtrat von Radeberg beschließt Machbarkeitsstudie zum autonomen Fahren

26/06/18

Der Stadtrat von Radeberg hat in seiner Sitzung am 17. Juni 2026 die Durchführung einer Machbarkeitsstudie zum autonomen Fahren beschlossen. Ziel der Studie ist es, konkrete Einsatzmöglichkeiten für autonome Verkehrssysteme in der Großen Kreisstadt Radeberg zu prüfen und damit die Grundlage für ein mögliches späteres Verkehrsprojekt zu schaffen.

Hauptanlass für die Machtbarkeitsstudie ist die Ansiedlung von ESMC im Dresdner Norden. Die Nachfrage nach Fach- und Arbeitskräften wird dadurch im gesamten Ballungsraum weiter steigen. Dies erhöht den Wettbewerbsdruck auf ortsansässige Unternehmen und macht gute Verkehrsanbindungen in Radeberg umso wichtiger – insbesondere von Bahnhof und Innenstadt zu den bestehenden Gewerbegebieten (Gewerbepark Heidestraße, Pillnitzer Straße) sowie zum geplanten Gewerbegebiet Radeberg Ost. Im Vergleich zum privaten Pkw-Verkehr ist der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) außerhalb von Metropolräumen bislang nicht konkurrenzfähig, insbesondere in Bezug auf Abdeckung, Taktung und Reisedauer. Hinzu kommt ein zunehmender Mangel an qualifizierten Busfahrerinnen und Busfahrern, der unter anderem durch hohe Zugangsvoraussetzungen und den demografischen Wandel verstärkt wird. Autonomes Fahren ist ein möglicher Ansatz, um eine Verbesserung herbeizuführen.

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollen unter anderem aufzeigen, wo die größten Bedarfe bestehen und welche Gebiete sich gut bzw. schlecht automatisieren lassen.

Im Rahmen der Studie sollen unter anderem:

  • Linien und Routen anhand des tatsächlichen Mobilitätsbedarfs identifiziert werden,
  • die Automatisierbarkeit dieser Strecken bewertet und der daraus entstehende Infrastrukturbedarf ermittelt werden,
  • ein Bedien- und Betriebskonzept für einen möglichen autonomen Verkehr erarbeitet werden,
  • die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines späteren Betriebs bewertet und
  • inhaltliche Grundlagen für ein mögliches Hauptprojekt vorbereitet werden.

Die Machbarkeitsstudie dient nach ihrer Fertigstellung als faktenbasierte Diskussionsgrundlage für Gespräche mit dem Landkreis Bautzen, dem ZVVO als potentiellen Betreiber der Fahrzeuge sowie potenziellen Investoren. Außerdem bildet die Studie die Basis für einen Fördermittelantrag zur Realisierung von Fahrzeug/en und Infrastruktur in Radeberg.

Die Studie soll unter der Voraussetzung durchgeführt werden, dass Fördermittel aus dem Programm „RL Mobilität EFRE/JTF 2021–2027“ bewilligt werden. Die kalkulierten Gesamtkosten betragen 150.000 Euro. Bei einer Förderquote von 75 Prozent werden 112.500 Euro über Fördermittel abgedeckt, 37.500 Euro bringt die Stadt aus Eigenmitteln auf, die aus Mehreinnahmen bei Zinsen bereitgestellt werden.

Im ersten Schritt geht es nun an die entscheidende Fördermittelantragstellung. Bei positivem Bescheid folgt eine Ausschreibung zur Projektdurchführung.

Oberbürgermeister Frank Höhme:
„Mit der Machbarkeitsstudie haben wir ein Leuchtturmprojekt vor uns, dass mit Sicherheit über die Stadtgrenzen hinaus in den Landkreis Bautzen und den gesamten Freistaat Sachsen ausstrahlen wird. Radeberg präsentiert sich damit als Stadt der Zukunft. Die Zustimmung des Stadtrates ist ein wichtiges Signal dafür, dass wir das Thema moderne Mobilität selbst aktiv gestalten wollen.“