Radeberg soll Jugendstadtrat als beratendes Gremium erhalten
26/06/22
Der Stadtrat von Radeberg hat auf seiner Sitzung am 17. Juni 2026 den Grundsatzbeschluss gefasst, dass es künftig einen Jugendstadtrat als beratendes Gremium zur Vertretung der Interessen von Kindern und Jugendlichen geben soll.
Einhergehend mit dem Grundsatzbeschluss wurde die Stadt Radeberg vom Stadtrat beauftragt, ein detailliertes Konzept zur Ausgestaltung des Jugendstadtrates zu erarbeiten. Das Papier soll im 2. Halbjahr 2026 beschlossen werden.
Ein Jugendstadtrat ist in der Regel ein auf Dauer angelegtes, institutionalisiertes Beteiligungsgremium. Er wird von Jugendlichen gewählt oder aus Einrichtungen (z. B. Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Vereine) delegiert und nimmt eine beratende Funktion gegenüber dem Stadtrat, seinen Ausschüssen und der Verwaltung wahr.
Rückblick
Im März 2005 wurde in Radeberg der „Kinder- und Jugendstadtrat (KJSR)“ gegründet – inspiriert durch das Jugendparlament in Freiberg. Die Vision: Junge Menschen als gleichberechtigte Partner in die kommunale Politik einbinden, ihnen echte Beteiligungsrechte ermöglichen.
Doch im Laufe der Jahre verlor der KJSR zunehmend seinen politischen Charakter. An die Stelle strukturierter Meinungsbildung zu städtischen Vorhaben traten konkrete Projekte: Kindertags- und Osteraktionen, Halloween-Events, Kinderfeste, die Verschönerung von Buswartehäuschen oder die Teilnahme an Reinigungsaktionen im Stadtgebiet. Wertvolles Engagement für die Stadt – aber kein politisches Beteiligungsorgan mehr.
2024 sprach sich der Stadtrat für eine konzeptionelle Neuausrichtung des Kinder- und Jugendstadtrates aus. Die Stadt stellte dafür anteilig eine Jugendsozialarbeiterin ein und reichte einen Fördermittelantrag für den Ausbau und die Verstetigung des KJSR als professionell begleitetes Beteiligungsgremium bei der SAB – FRL Bürgerbeteiligung ein. Die Bewilligung des Antrages erfolgte im Frühjahr dieses Jahres.
Zukünftig soll das Gremium wieder die Stimme der jungen Generation in den Räten der Stadt Radeberg sein.
Die Einrichtung eines Jugendstadtrates bietet die Möglichkeit,
- die Perspektiven von Jugendlichen systematisch in die kommunalpolitischen Entscheidungsprozesse der Stadt Radeberg einzubeziehen,
- demokratisches Bewusstsein, Verantwortungsübernahme und politisches Interesse bei jungen Menschen zu fördern,
- die Akzeptanz kommunaler Entscheidungen zu erhöhen, indem Betroffene frühzeitig beteiligt werden,
- konkrete Projekte und Maßnahmen gemeinsam mit Jugendlichen zu entwickeln und umzusetzen.