Kommunaler Wärmeplan für Radeberg: Beschluss im Stadtrat schließt Wärmeplanungsprozess ab
26/10/26
Die Große Kreisstadt Radeberg hat ihre kommunale Wärmeplanung abgeschlossen. Der Stadtrat beschloss in seiner Sitzung am 30. September 2026 den kommunalen Wärmeplan, der seit Herbst 2024 gemeinsam mit SachsenEnergie und der seecon Ingenieure GmbH erarbeitet wurde. Das Projekt wurde durch die Nationale Klimaschutzinitiative gefördert.
Der kommunale Wärmeplan stellt eine strategische Grundlage für die langfristige Entwicklung der Wärmeversorgung in Radeberg dar. Im Rahmen des Projekts wurden die bestehende Wärmenachfrage, die vorhandenen Versorgungsstrukturen sowie Potenziale für verschiedene Wärmequellen untersucht. Auf dieser Basis wurden Entwicklungspfade für eine treibhausgasärmere Wärmeversorgung des Stadtgebiets erarbeitet.
Oberbürgermeister Frank Höhme zum Abschluss: „Mit dem Beschluss des kommunalen Wärmeplans liegt für Radeberg nun eine fachlich fundierte Grundlage für die Entwicklung der Wärmeinfrastruktur vor. Der Wärmeplan zeigt Versorgungsoptionen für verschiedene Bereiche des Stadtgebiets auf und dient als Orientierung für zukünftige Entscheidungen sowie Investitionen. Unser gemeinsames Ziel muss sein, die Wärmeversorgung der Bürgerinnen und Bürger zukünftig bezahlbar, resilient und klimaneutral aufzustellen.“
Die Analyse zeigt unter anderem, dass die Wärmeversorgung in Radeberg heute zu circa 80% auf fossilen Energien vor allem auf Erdgas und Heizöl basiert. Gleichzeitig wurden Potenziale für den Einsatz erneuerbarer Energien und weiterer Wärmequellen identifiziert. Betrachtet wurden insbesondere Möglichkeiten zur Nutzung von Solarthermie, Photovoltaik, Geothermie und industrieller Abwärme sowie dezentrale Versorgungslösungen. Auch Einsparpotenziale durch energetische Sanierungen wurden berücksichtigt.
Als ein zentrales Ergebnis wurden mehrere Gebiete identifiziert, in denen zukünftig eine Versorgung mittels eines Wärmenetzes als sinnvoll erachtet wird. Diese erstrecken sich zum einen nördlich der Bahngleise entlang der Dresdner Straße und der Pulsnitzer Straße über die Badstraße bis in den Norden der Kernstadt von Radeberg. Südlich der Bahngleise bestehen bereits mehrere Wärmenetze der Wärmeversorgung GmbH Radeberg (WVR), welche vor allem im nordöstlichen Bereich erweitert und verdichtet werden könnten. Als ein weiteres, potenziellen Wärmenetzgebiet wurde Kleinerkmannsdorf identifiziert, welches perspektivisch über Abwärme aus der nahen Biogasanlage versorgt werden könnte. Hier gilt es nun im weiteren Verlauf die gewonnenen Erkenntnisse in Machbarkeitsstudien als Grundlage für eine mögliche Umsetzung zu überführen, wobei hier immer die Wirtschaftlichkeit im Fokus steht.
Im Projektverlauf wurden verschiedene Akteure in die Erarbeitung des Wärmeplans einbezogen. Neben der Datenerfassung und fachlichen Analyse fanden Informations- und Beteiligungsformate für Bürgerinnen und Bürger sowie Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wohnungswirtschaft, Gewerbe, Energieversorgung und Verwaltung statt. Die eingebrachten Hinweise und fachlichen Einschätzungen flossen in die Ausarbeitung des Wärmeplans ein und vervollständigen das Ergebnis. Der Stadtratsbeschluss schließt den Wärmeplanungsprozess ab.
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Projektträger: www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie (neues Fenster, externer Link)