Pressemitteilung
Förderbescheid für die Hüttermühle erhalten: Radeberg kann Sanierung des Kulturdenkmals starten
26/08/29
Ein bedeutender Schritt für die Zukunft der Hüttermühle: Oberbürgermeister Frank Höhme hat am 29.08.2026 von Ministerpräsident Michael Kretschmer den lang ersehnten Fördermittelbescheid für die Sanierung der Hüttermühle entgegengenommen. Damit ist der Weg frei, das seit Jahren leer stehende Gebäude zu sichern, denkmalgerecht zu sanieren und wieder mit Leben zu füllen.
„Die Hüttermühle gehört zu Radeberg wie das Hüttertal selbst. Mit dem Förderbescheid erhalten wir nun die Chance, dieses besondere Stück Stadtgeschichte zu bewahren und vor allem wieder erlebbar zu machen“, erklärte Oberbürgermeister Frank Höhme. "Ich danke allen, die sich für das Vorhaben eingesetzt haben, dabei vor allem den Stadträten, die mehrheitlich hinter dem Projekt stehen."
Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte die Sanierung der Hüttermühle bereits zum Jahresempfang der Großen Kreisstadt Radeberg im März 2024 befürwortet und seine Unterstützung zugesagt. Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte: „Die Hüttermühle ist ein Stück Heimat, viele Menschen verbinden mit diesem besonderen Ort schöne Erinnerungen. Deshalb ist es wunderbar, dass nun die Sanierung beginnen kann. Die Fördermittel in Höhe von reichlich sieben Millionen Euro aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen sind gut investiert. Denn unterstützt wird damit ein wichtiges Projekt im Bereich Naturschutz und Tourismus, das Radeberg als Tor zur Oberlausitz und die gesamte Lausitz beim Strukturwandel weiter voranbringen und stärken wird. Mein Dank gilt allen, die dieses Projekt unterstützen, besonders dem Förderverein Hüttertal Radeberg, der sich über Jahre hinweg auch für den Erhalt der Mühle eingesetzt hat.“
Die Beigeordnete im Landkreis Bautzen Dr. Romy Reinisch sagte: "Wir haben es gemeinsam auf den Weg gebracht. Das war nicht einfach. Hier in Radeberg ist das Tor zur Oberlausitz und es freut mich sehr, dass wir heute hier den Startschuss für die Hüttermühle geben."
Die Stadt Radeberg hatte sich im Jahr 2023 nach Zustimmung des Stadtrates als letzten Versuch der Wiederbelebung der Hüttermühle um Gelder aus dem Strukturmittelfonds (1. Förderperiode) beworben. Zuvor wurde der Verkauf des Areals forciert. Dies wurde jedoch 2021 einstimmig vom Stadtrat abgelehnt. Im Anschluss bildete sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern aller Fraktionen, der Verwaltung und des Hüttertalvereins, welche mehrheitlich favorisiert hat, die Hüttermühle nicht zu verkaufen, sondern im Eigentum der Stadt Radeberg zu behalten und in kommunaler Eigenregie zu entwickeln. Dabei wurde nach Beratungen mit der Sächsische Agentur für Strukturentwicklung (SAS) festgestellt, dass die Sanierung der Hüttermühle nach dem Investitionsgesetz Kohleregionen mit einem Fördersatz von 90% förderfähig sein könnte. Die SAS hatte auch zunächst grünes Licht für den Erhalt von bis zu 10 Millionen Euro an Fördermitteln gegeben, wonach die Sanierung der Hüttermühle bereits Ende 2026 hätte abgeschlossen sein müssen. Doch dann waren die Gelder für die erste Förderperiode aufgebraucht, zugleich mehrte sich Frust in den Braunkohleregionen, dass die Gelder in Gegenden weitab von Braunkohlerevieren fließen. Die Förderkulisse hat jedoch eine Bewerbung Radebergs zugelassen, da sich Radeberg als Teil des Landkreises Bautzen bewerben konnte.
Das Projekt musste sich erneut vor dem regionalen Begleitausschuss bewähren, kostengünstiger und auch vor der Sächsischen Aufbaubank präsentiert werden. Letztlich konnten alle Hürden gemeistert werden: Der Fördermittelbescheid über 7,36 Millionen Euro an Zuwendungen liegt nun vor. Das entspricht 90 Prozent der förderfähigen Kosten.
Geplant sind zunächst die Sicherung der historischen Bausubstanz und die denkmalgerechte Sanierung der Gebäude. Anschließend soll die Hüttermühle bis Ende 2028 schrittweise zu einem attraktiven Ort für Einheimische und Gäste entwickelt werden – mit Raum für Gastronomie, Begegnung, Kultur und touristische Angebote im Hüttertal.
Zur Geschichte der Hüttermühle
Bereits für das 16. Jahrhundert ist eine wirtschaftliche Nutzung des Areals der Hüttermühle belegt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie unter anderem als Walk-, Brettschneide- und Mahlmühle genutzt. Seit 1870 gehörte auch eine Gastwirtschaft zur Hüttermühle. Nach einer grundlegenden Sanierung und dem Wiederaufbau in den 1970er-Jahren wurde sie als Gaststätte weitergeführt, bevor der Betrieb 2010 eingestellt wurde. Seitdem steht das Gebäude leer und verfällt zunehmend.